Transaktionsanalyse

Die Transaktionsanalyse ist eine wirksame Methode, eigenes und fremdes Verhalten deutlicher wahrzunehmen, richtig einzuschätzen und dauerhaft positiv zu verändern. Die Methode ermöglicht das Erkennen von Konfliktursachen und Motiven für menschliches Verhalten und liefert gleichzeitig praktisch gut umsetzbare Anleitungen für die Vermeidung von Konflikten und die konstruktive Gestaltung zwischenmenschlicher Beziehungen.

Die der Transaktionsanalyse zugrunde liegende Struktur sind die sogenannten Ich-Zustände, d.h. Bewusstseinszustände, die das menschliche Verhalten bestimmen:

  1. Eltern-Ich
    Es beinhaltet die Sammlung von Aufzeichnungen im Gehirn über ungeprüft hingenommene oder aufgezwungene äussere Ereignisse, die ein Mensch in seiner frühen Kindheit wahrgenommen hat. Die Aufzeichnungsperiode umfasst etwa die ersten fünf bis sechs Lebensjahre. Das Eltern-Ich enthält alle Lebensregeln, die dem Kind für später beigebracht werden.
     
  2. Kindheits-Ich
    Im Kindheits-Ich erfolgt die Aufzeichnung der mit den Ereignissen (Eltern-Ich) verbundenen Emotionen. Es verzeichnet Freude, Glück, Überraschung und Erstaunen ebenso wie Trauer, Schmerz und Angst. Auch hier werden in den ersten fünf bis sechs Lebensjahren die Grundmuster für das spätere Verhalten geprägt.
     
  3. Erwachsenen-Ich
    Das Erwachsenen-Ich ist der "computerhafte" Teil der Persönlichkeit. Dort erfolgt die Aufzeichnung überprüfter Erfahrungen und Fakten. Es verarbeitet Daten aus dem Eltern-Ich, dem Kindheits-Ich und aus eigenen Erfahrungen. Auf dieser Basis trifft es Entscheidungen. Die Entscheidung setzt etwa im 10. Lebensmonat ein; das Wachstum des Erwachsenen-Ichs ist ein lebenslanger Wachstumsprozess. Entscheidende Prägungen erfolgen jedoch schon in den ersten Lebensjahren.

Bezugnehmend auf das Egogramm:

kEL

Das kritische Eltern-Ich wertet, moralisiert, weist zurecht, kritisiert, befiehlt, beherrscht, tyrannisiert, bestraft, kontrolliert, sorgt für Ordnung. Charakteristisch sind der erhobene Zeigefinger, zusammengezogene Augenbrauen, furchterregender Blick, Kopfschütteln, Naserümpfen usw. Beim Sprechen aus dem kritischen Eltern-Ich heraus fallen häufig Worte wie „müssen“, „sollen“, „immer“, „nie“, „nein“, „Idiot“ usw.

 

fEL

Das stützende Eltern-Ich hört zu, hat Verständnis lobt, tröstet, pflegt, unterstützt, hilft, umsorgt, nähert, streichelt. Man erkennt diesen Zustand an der warmen, beruhigenden Stimme, an liebevollen Gebärden, Schulterklopfen sowie an Worten wie „Kopf hoch“, „Du Armer“ usw.

 

ER

Das Erwachsenen-Ich beobachtet objektiv, sammelt Informationen leidenschaftslos, nüchtern, gefühllos, verarbeitet die Information logisch und zieht schliesslich daraus die Schlüsse. Charakteristisch ist die sachlich klare, leidenschaftslose Stimme. Mimik und Gestik fehlen. Häufig gebrauchte Worte sind: „wer“, „was“, „wann“, „wo“, „wie“, „wie viel“.

 

nK

Das natürliche Kindheits-Ich spielt, faulenzt, freut und ärgert sich, erfindet, weint oder lacht. Es kümmert sich nicht um die andern, verhält sich spontan, tanzt, schreit, ist egoistisch und hemmungslos. Es braucht Worte wie „toll“, „irrsinnig“, „juhu“ usw.

 

aK

Das angepasste Kindheits-Ich gehorcht, zieht sich zurück, fühlt sich schuldig, zögert, fürchtet sich, ist unsicher, höflich, ohne eigene Meinung und Initiative, richtet sich nach den andern.

 

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Verhaltensmuster bereits in den frühen Kindheitsjahren geprägt werden, weitgehend bestimmt durch das Verhalten der Eltern oder anderer wichtiger Bezugspersonen.

Die Ausprägung der Ich-Zustände gibt Aufschluss über die Beschaffenheit der zwischenmenschlichen "Transaktionen", die Ausprägung der "Lebenspositionen" (z.B. "Ich bin O.K. - Du bist nicht O.K."), die Qualität des "Lebensdrehbuchs" und die Art der "Psychospiele"; alles sehr wichtige Einflussfaktoren für das menschliche Verhalten.

Die Ausprägung der Ich-Zustände kann ich einem EGOGRAMM ermittelt werden.

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